• Gnade, was für ein Wort?

    gnade2

    Gnade, was für ein Wort?
    in Betrachtung der offenen Wunde,
    Gnade, der Hort,
    der blutet und blutet.

    Gnade, wo ist der Sinn?
    angesichts roter Tropfen,
    Gnade, sie stirbt dahin,
    ergibt keinen Nutzen.

    Sieh, den Strom und fühle,
    denke, betrachte, wühle,
    im Hort.
    sieh, und vergiss nie,
    diesen Ort.

    Höre, es rauscht, halte an.
    warte und hefte daran,
    den Blick.
    Höre und schau unentwegt,
    zurück.

    Bewege, erkenne und spüre,
    versuche, entdecke, schmecke
    das Zarte,
    bewege und fühle die Gnade,
    warte.

    gnadegnade1

    fotos und text: copyright Marina de Bon

  • ein Blick nach Maribor

    Steiermark, ein österreichisches Bundesland gliedert sich in die Obersteiermark und nicht wie man annehmen könnte, in eine Untersteiermark. Die Untersteiermark ist der östliche Teil Sloweniens und die die südlichen Gebiete in Österreich nennt man Ost-, West- und Südsteiermark.

    Die bedeutendsten Städte der slowenischen Steiermark sind Maribor, Celje, Ptuj und Slovenj Gradec. Slowenj Gradec bedeutet slowenisch Graz und weist auch auf die gemeinsame Vergangenheit hin. Vor einigen Wochen besuchte ich Marburg, so die deutsche Bezeichnung der Stadt Maribor. Manche Häuserfassaden lassen Spuren der habsburgisch östereichisch-ungarischen Monarchie erkennen.

    Hauptpost in Maribor

    marburg1marburg2

    Der Weinbau hatte Bedeutung und in den vergangenen Jahren sind steirische Weißweine wieder zu Markenprodukten geworden. Die älteste Traube der Welt soll angeblich in Marburg an dieser Hausmauer wachsen.

    marburg6älteste traube

    Marburg ist von Graz in einer Stunde zu erreichen, Sarajewo, die Hauptstadt Bosnien Herzegowinas liegt näher bei Salzburg als Berlin. In diesem Zusammenhang stelle ich wieder einmal fest, dass Sprache trennender wirkt als andere Faktoren. Ein weiterer Faktor ist gemeinsame Geschichte von herrschen und beherrscht werden, wobei historische Ereignisse, sagt man, aus der Sicht der Sieger geschrieben wird. Und das im jeweiligen Land, damit wird offensichtlich, dass Geschichte trennend wirkt.

    Die deutschsprachige Bevölkerung Sloweniens ist niht als Minderheit anerkannt, wird bei der Stadtführung erzählt, die ungarische und italienischsprachige hingegen schon. Beim Nachlesen gemeinsamer Geschichte hat man Verständnis dafür. Für die Zukunft wäre eine Annäherung, ähnlich wie sie zwischen Frankreich und Deutschland entwickelt wurde, zielführender.

    Dazu ist von beiden Seiten ein gemeinsamer Blick auf die Vergangenheit erforderlich.

    marburg3

    hauptplatz maribor

    marburg9marburg10

    Wir schlendern durch die Gassen, betrachten Häuser und Balkone, die Gastgärten an den Plätzen sind abgeräumt. An der Drau finden sich noch Sonnenstrahlen, die einzelne Gäste anlocken.

    marburg an der drau

    Die älteste Brücke muss genauer betrachtet werden.

    marburg5

    brücke über die drau

  • den Winter einladen

    Heute habe ich beschlossen, den Winter im Blog einkehren zu lassen. Obwohl es nicht den derzeit herrschenden Temperaturen entspricht, ganz im Gegenteil. Das Wetter zeigt sich von der milden Seite, kein Schnee sondern wärmende Temperaturen sind zurückgekehrt. Vielleicht ist der Wunsch nach dem Winter die treibende Kraft. Ich freue mich auf die klare Kälte, das Knistern des Eises und knirschende Geräusche, wenn schwere Schritte auf schneeigen Untergrund drücken.

    Den vagen und unausgeglichenen Herbst möchte ich witterungsmässig hinter mir lassen damit Neues einkehren kann. Der header zeigt den Blick auf Salzburg, vom Mönchsberg aus gesehen. Wahrlich ein schöner Standpunkt, den ich gerne mit Betirägen aus dem Museum am Mönchsberg und Stefan Zweig, sowie der einen oder anderen Überraschung in den kommenden Monaten ergänzen werde.
    salzburg header

    copyright: Tourismus Salzburg

  • der Zeit Raum geben.

    "Man muss der Zeit, Zeit lassen!"

    Wem könnte man dieses Zitat zutrauen?
    Wer verwendet den Imperativ für die Verordnung von Gelassenheit?

    Seit geraumer Zeit, der Zeit Raum geben, oder anders gesagt, die Entfernung der Räume entschleunigen. Es ist ziemlich relativ, wieviel Raum die Zeit benötigt, damit sie mit dem Prädikat "langsam" bedacht werden kann.

    Was ist langsam und wann würde man Zeit "als schnell vergangen" empfinden?

    Zeit wird individuell und situationsspezifisch wahrgenommen. Das verändert auch eine Funkuhr und der elektronische Kalender nicht. Manchmal höre ich und wiederhole es auch zuweilen: "Die Welt ist schneller geworden." In jenen Minuten sind Ereignisse neben einander gereiht, die hintereinander und verteilt optimaler Raum gefunden und wahrgenommen worden wären. Dann könnte die Stunde 100 Minuten haben und der Tag wäre immer noch zu kurz, obwohl die Zeit viel schneller verging, ja geradezu, im Nichts verschwunden war.

    Zeit steht mit Raum in Verbindung, aber wie?

    An diesen Tagen ist eine Minute Wartezeit an der rotgeschalteten Ampel eine Ewigkeit und die Sekunde, in der ich an eine unerledigte Aufgabe denke, die Überlegung einer Stunde.

    Die Ewigkeit die wir tot sind, dauert eine Sekunde.

    Das Zitat "Der Zeit Zeit lassen" stammt von Papst Johannes Paul XXIII.

    P1030512

  • der Zeit, Zeit lassen

    "Man muss der Zeit, Zeit lassen!"

    Wem könnte man dieses Zitat zutrauen?
    Wer verwendet den Imperativ für die Verordnung von Gelassenheit?

    Seit geraumer Zeit, der Zeit Raum geben, oder anders gesagt, die Entfernung der Räume entschleunigen, es ist ziemlich relativ, wieviel Raum die Zeit benötigt, damit sie mit dem Prädikat "langsam" bedacht wird.

    Was ist langsam und wann würde man Zeit "als schnell vergangen" empfinden?

    Zeit wird individuell und situationsspezifisch wahrgenommen. Daran ändert auch eine Funkuhr und der elektronische Kalender nicht. Manchmal höre ich und wiederhole es zuweilen: "Die Welt ist schneller geworden." In jenen Minuten sind Ereignisse neben einander gereiht, die hintereinander und verteilt besser wahrgenommen werden könnten. Dann könnte die Stunde 100 Minuten haben und der Tag wäre immer noch zu kurz, obwohl die Zeit viel schneller vergeht, ja geradezu, viel zu rasch verschwindet.

    An diesen Tagen ist eine Minute Wartezeit an der rotgeschalteten Ampel eine Ewigkeit und die Sekunde, in der ich an eine unerledigte Aufgabe denke, die Überlegung einer Stunde.

    Die Ewigkeit die wir tot sind, dauert eine Sekunde.

    Das Zitat "Der Zeit Zeit lassen" stammt von Papst Johannes Paul XXIII.

    P1030512

  • das "Wort" verlassen

    Eine dieser Einbahnen des Denkens, welche fixierte Wortbedeutungen häufig sind, darf verlassen werden. Die Begegnung mit der Phantasie im Reich der Worte kennt viele verschlungene Wege, ein Labyrinth tut sich auf und plötzlich kann der Verlauf oder das Resultat nicht mehr nachvollzogen werden. Die Sprache hat ihre Funktion verloren und wird zum kreativen eigenständigen Element.

  • der Trotz

    buddhazentrum2

  • im Licht betrachtet

    licht und schatten

    Wo das Licht den Schatten berührt,
    Helles in Dunkles übergeht,
    wo die Liebe den Alltag verspürt,
    meines und deines erlebt.

    Wenn die Hoffnung Berge versetzt,
    und der Berg nicht innehält,
    der Sturm den Baum verletzt,
    Schatten auf Lichter fällt.

    Wie das Kleine atmen lernt,
    und den Raum gewinnt,
    das Dunkle sich entfernt,
    im hellen Licht zerrinnt.

    copyright: text und foto: Marina de Bon

  • der amtsbehandelte Hundekot

    Ordnungstruppe: Der Gemeindebaukommissar geht um
    Mit Fotoapparat, Block und Handy werden seit Anfang des Monats von zehn Mitarbeitern der Stadt WienHundekot, Einkaufswagerln & Co. beamtshandelt. Ein Lokalaugenschein.

    Die Presse zeichnet sich durch überzeichnete Formulierung aus. Ein Beamter ist ein Mensch der im Amt ist, nicht be-heimatet sondern eben nur be-amtet. Auf Lebenszeit das Amt als berufliche Heimat betrachten muss oder kann, sofern er sich nichts Ungefälliges zuschulde kommen lässt.

    Eine Amtshandlung ist die Tat, die ein Amt im Zuge der ihr zugesprochenen Autorität setzt. Eine Beamtshandlung, wäre nun die Handlung eines oder einer am Amt ansässigen, nicht wohnhaften, auf Lebenszeit angestellten, also pragmatisierten Mitarbeiter oder Mitarbeiterin.
    Die Mitarbeiter der Stadt Wien müssen laut obiger Aussage pragmatisiert sein und der Formulierung entsprechend, klingt die Beamtshandlung wie eine Misshandlung.

    Man könnte auch amtsbehandelt schreiben, was auf eine Handlung durch Beamte schließen lässt.

    Hundekot, stelle ich mir vor, der von Seiten des Amtes behandelt wird, ist unverzüglich eisgekühlt dem Labor zu übergeben um etwaige Spuren der Identifikation sicher zu stellen. Ein frauen-loser Einkaufswagen oder herren-lose Handys entgehen diesem Schicksal, da im ersten Fall eine Zuordnung zum nächstgelegenen Supermarkt erfolgen könnte. Das Handy, ja das Mobiltelefon wird dem Fundamt überamtsbehandelt, da die Amtsbehandlung keiner privaten Person das Recht zugesteht, besitzergetrennte Telefone, hinterlassenen Hundekot und einkaufszweckgebunde Schiebewägen zu behandeln.

  • der tod kehrt im herbst zurück

    hinter dem haus2

    das Grün erinnert,
    an heiße Tage,
    die Luft flimmert,
    im Licht.

    die Rose erinnert,
    an schöne Stunden,
    die Blüte schimmert,
    im Glanz.

    der Baum erinnert,
    an diese Minute,
    der Stamm wimmert,
    im Wind.

    die Erinnerung lebt,
    in jeder Sekunde,
    das Herz bebt,
    im Traum.

    die Blätter schweben,
    jedes Jahr,
    zeugen vom Leben
    im Baum.

    der Baum war kahl,
    am Morgen,
    ich hatte die Wahl
    im Raum.

    die Gedanken schwer,
    nach diesem Tag,
    die Seele leer,
    im Blick.

    die Ruhe im Wesen,
    in diesen Jahren,
    langsam genesen,
    im Sterben.

    foto und text copyright: Marina de Bon

Über mich
Kalender
<< < November 2009 > >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30
E-Mail-Abonnement

Du kannst die Einträge dieses Blogs per E-Mail erhalten.

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen von Privatpersonen, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.